Zitat

"Die Verkündung von Gottes Wort ist Dreh- und Angelpunkt für meinen Dienst." Norbert Martin.

 

Norbert Martin - ein Engel Gottes

Felsberger Lektor mit der Elisabeth-Medaille der Landeskirche ausgezeichnet

Das Thema

Norbert Martin (63) aus Felsberg gehört zu den Dienstältesten Lektoren in den Kirchenkreisen Melsungen und Fritzlar-Homberg. Für seinen über 35jährigen Dienst wurde er mit der Elisabethmedaille der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ausgezeichnet.

Von Manfred Schaake

Felsberg. 1780 Gottesdienste und 5350 Stunden Ehrenamt - seit mehr als 35 Jahren verkündet Norbert Martin aus Felsberg als Lektor ehrenamtlich das Wort Gottes. Für diesen Dienst in den Kirchenkreisen Fritzlar-Homberg und Melsungen sowie seine langjährige Mitgliedschaft in der Kreissynode und im Finanzausschuss des Kirchenkreises ist er jetzt mit der Elisabethmedaille ausgezeichnet worden. Sie ist nach Elisabeth von Thüringen benannt, wird vom Bischof verliehen und ist die höchste Auszeichnung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.  Medaille und Urkunde überreichte der Dekan des Kirchenkreises Melsungen, Norbert Mecke, in einem Festgottesdienst in der Nikolaikirche Felsberg auch im Namen der Fritzlar-Homberger Dekanin Sabine Tümmler.

Lektoren sind als Vertreter des Pfarrers und der Pfarrerin unentbehrlich. Oft genug hat Norbert Martin erlebt, dass er - im Notfall immer erreichbar - auch zusätzlich einspringen musste. Weil der Pfarrer plötzlich erkrankte.

Und selbst wenn nur zwei Bürger und ein Konfirmand kamen, fiel der Gottesdienst nicht aus. Und wenn es mal weniger als zehn Besucher waren, setzte man sich rund um den Altar zum Gottesdienst zusammen.

"Wenn ich den Menschen im Gottesdienst etwas mit auf den Weg geben kann, was ihnen Hilfe und Halt ist, dann bin ich froh und dankbar für das, was ich tun kann", sagt Martin, verheiratet und Vater einer Tochter. Und das ist für den ehemaligen Verwaltungsangestellten der Landwirtschaftlichen Krankenkasse Motivation, auch im Ruhestand weiterzumachen im Ehrenamt: "Der Lektorendienst macht mir Freude. Er ist eine Bereicherung für mich selbst - Gott schenke mir weiterhin die nötige Kraft dazu."

Als treues Wirken und ein Leben für die Kirche würdigte Pfarrer Ernst Friedrich Schluckebier Martins Engagement. Dekan Mecke stellte seine Predigt unter das Wort "Von Engeln und Boten". Er sprach über die Hilfsbereiten an unserer Seite, "die uns mit ihren Worten und Vorbild die Tür zum Glauben aufgestoßen haben oder aufstoßen, die vielleicht von sich aus am wenigsten denken, dass sie Engel, Boten Gottes sein können". Norbert Martin sei ein Engel Gottes. "Der fliegt und fliegt treu seit über 35 Jahren als Lektor von Einsatz zu Einsatz", sagte Mecke, "gar nicht so leicht, ihn mal auszubremsen und festzuhalten, um Danke zu sagen für guten und verlässlichen Botendienst".

"Die Verkündigung von Gottes Wort ist Dreh- und Angelpunkt für meinen Dienst." Dieses Zitat Martins wollte der Dekan gern verändert wissen: "Vielleicht müsste man präziser vom Dreh- und Engelpunkt sprechen". Martin habe als Engel gute Arbeit geleistet.

HINTERGRUND

Lektor - Laie mit theologischer Befähigung

Lektor kommt aus dem Lateinischen Lector - Leser oder Vorleser. Auf die evangelische Kirche bezogen ist ein Lektor laut Wikipedia ein "Laie mit theologischer Grundbefähigung, die an der öffentlichen Wortverkündung beteiligt ist". Anfang dieses Jahres gab es nach Angaben des Landeskirchenamtes in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck 813 Lektorinnen und Lektoren. Der Dienstälteste ist 81 Jahre alt und seit 1973 im Dienst. (m.s.)

Das sagt der Geehrte

Reformator Martin Luther, dessen 500 Jahre Reformation nächstes Jahr groß gefeiert werden soll, habe die Kirche von ihrer Pfarrerzentrierung lösen wollen, indem er ein Priestertum aller Gläubigen propagierte, sagte Lektor Norbert Martin. Priestertum aller Gläubigen heiße für ihn auch, dass der Gottesdienst nicht nur unter der Leitung von Pfarrern gefeiert werde, sondern dass andere Menschen die Verkündung übernehmen: "Somit gehen sie und mit ihnen die Gemeinden einen Schritt auf dieses Ideal der Reformationszeit zu." (m.s.)

Das sagt der Kirchenvorstand

"Norbert Martin ist ein Vorbild im Ehrenamt. Wir alle sind stolz, und auch Du darfst stolz sein auf die höchste Auszeichnung unserer Landeskirche." Das sagte namens des Kirchenvorstandes der Evangelischen Kirchengemeinde Felsberg und Böddiger Kirchenvorsteher Manfred Schaake. Solch ein ehrenamtliches Engagement sei heute nicht mehr selbstverständlich. Ein bewegtes, belebendes und interessantes Leben als Lektor - so beschrieb Schaake die Arbeit Martins und wünschte: "Möge es jetzt, in Deinem wohlverdienten Ruhestand vom Beruf, noch lange anhalten unter dem Motto, das im Bericht der HNA einmal zitiert war: "Die Verkündung von Gottes Wort sind Dreh- und Angelpunkt für meinen Dienst. Zufrieden hast Du einmal festgestellt: Ich habe vielen Menschen etwas mitgegeben für den Lebensweg. Die Menschen sind sehr dankbar und fragen, wann kommen Sie wieder? In diesem Sinne nochmals Danke und alles Gute!"

 

Herzlichen Glücwünsch: Dekan Norbert Mecke, links, überreichte Lektor Norbert Martin die vom Bischof verliehene Elisabeth-Medaille der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Zu den zahlreichen Gratulanten gehörten auch Lektor Burckhard Tosberg und Pfarrer Ernst Friedrich Schluckebier, die den Gottesdienst gestalteten. (Foto: Schaake)
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