Der neue Jakobsobelisk an der Südseite der Jakobskapelle Felsberg von 1230, gearbeitet von Dr. Jürgen Wienforth, Felsberg, aufgestellt am 22.07.2009, gottesdienstlich vorgestellt am 25. 07.2009, dem Jakobstag
Jakobskapelle von 1230 mit hochgezogenem Westgiebel anstelle eines Kirchtürmchens und mit einem der beiden noch romanischen Fenster, hier das an der Giebel- und Ostseite


An der Felsberger Jakobskapelle findet sich nun der Sandsteinobelisk, vom Bildhauer auch als "Meilenstein" für den Pilger verstanden, versehen mit den Symbolen der Jakobsmuschel, dem Wanderstab und der Wasserkalebasse. Meistens wird die Jakobskapelle als Friedhofkapelle genutzt, besitzt nun aber nach dem Jakobsfenster von 2007 ein Folgekunstwerk, das dem Wanderer schon von außen zeigt: Die Kapelle liegt an einem Zubringenweg des spanischen Jakobsweges nach Santiago de Compostela, dem "Camino". Kunstglaserei Klonk & Hartmann verwirklichte die Idee der Verbindung eines abstrakten Farbspiels und symbolisierenden Wegs vom Dunkel ins Licht mit den gegenständlich dargestellten drei Jakobszeichen. Die Neuentdeckung der halbrund ausgekehlte Nische zur Straßenseite hin, gleicht in Aufsicht einem romanischen Rundbogenfenster, wobei sich tatsächlich eins  im Ostgiebel findet und eins an der Nordseite (von innen am Aufgang zur Empore zu sehen). Beide Fenster bezeugen  das hohe Alter der Kapelle. Die Nische an der Südseite aber fand sich leer, was offensichtlich niemanden über Jahrhunderte hinweg gestört hat. Es steht zu vermuten, dass in katholischer Zeit vor der Reformation hier eine Figur des Heiligen Jakobus gestanden haben mag, Namensgeber der kleinen Kirche. Die Jakobskapelle wurde als erste von vier Felsberger Kirchen gebaut. Ihr folgten die  Nikolaikirche, die Pankratiuskapelle auf der Felsburg und die im 30jährigen Krieg abgebrannte Kirche Maria am Haintor. Nun, nach dem Jakobsfenster im Inneren, diese Nische auch außen wieder künstlerisch zu füllen, war eine einzige Frage wert, an Dr. Jürgen Wienforth zu stellen,  er stimmte zu  und ging ans Werk mit 150 Arbeitsstunden Fleiß.

Pilger, die hier vorüberziehen und den von Dr. Jürgen Wienforth gefertigten Jakobsobelisken als Meilenstein bemerken, können inne halten, an ihm schon von außen die Kapelle identifizieren, eben sie als Jakobskapelle am Pilgerweg erkennen, dann vielleicht auch hineingehen, dann wiederum das Jakobsfenster sehen und betend den zahllosen Interpretationsmöglichkeiten nachsinnen.  Auch den Friedhofsbesuchern und den die Gräber pflegenden Angehörigen kann die Kapelle ein offener, einladender Kirchenraum sein von innen und nun auch von außen zugänglich zum Gebet, wie seinerzeit das Kirchlein in der Weggabelung der Salzstraße nach Fritzlar und der Straße nach Gudensberg vor den Toren der Stadt Felsberg zur Besinnung auf den Lebensweg eingeladen hat und wohl gerade dazu überhaupt gebaut worden ist. 

 

Verfasser: Pfarrer i. R. Friedrich Werner

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