Evangelische Kindertagesstätte Felsberg


 

 

 

Leitbild

 

Biblischer Bogen

Psalm, Evangelium und Epistel

 

„Vom Herrn wird man verkündigen Kind und Kindeskind.“                             

(Psalm 22, 39)

 

„Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken.“ …             

(Lukas 3, 8)

 

„Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten?“                                                                                          

(Lukas 11, 13)

 

„Euch und euren Kindern gilt diese Verheißung, und allen, die fern sind. So viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.“                      

(Apostelgeschichte 2,39)

 

 

Vorwort

Mit der Kindertaufe hat die Evangelische Kirchengemeinde Felsberg und Böddiger Mitverantwortung neben Eltern und Paten zu deren Taufversprechen übernommen, die jungen Menschen in ihrer allgemeinen und religiösen Entwicklung zu begleiten und die Familien, in denen sie aufwachsen, zu unterstützen. Dazu trägt sie unter anderem die Evangelische Kindertagesstätte Felsberg.

 

 

Leitbild mit Menschen und Zielen

Träger

Als Träger der Kindertagesstätte leistet die Evangelische Kirchengemeinde Felsberg und Böddiger, verantwortet durch den von der Gemeinde gewählten Kirchenvorstand, ihren Beitrag zur frühkindlichen Erziehung. Sie gibt den Kindern und ihren Familien Raum, den christlichen Glauben und seine Traditionen kennen zu lernen und zu erleben.

 

Dazu investiert die Evangelische Kirchengemeinde Felsberg und Böddiger mit Unterstützung von Stadt, Landeskirche, Elternbeiträgen und gelegentlich Drittmitteln schwerpunktmäßig in die Betreuung der jüngsten heranwachsenden Generation, und füllt das Haus der Kindertagesstätte mit zielgerichtetem Leben.

 

Nach § 22 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes haben Träger und Erzieherinnen den Auftrag der Betreuung, Bildung  und Erziehung der Kinder. Wir fördern ihre Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten. Wie alle Kindertagestätten, so haben auch wir einen eigenständigen Bildungsauftrag. Wir vermitteln den Kindern Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, sich Wissen anzueignen, es zu sortieren und einzusetzen.

 

Als Träger beschäftigen wir qualifizierte und engagierte Fachkräfte, die im Team kooperativ und konstruktiv mitarbeiten. Durch qualifizierte Fortbildung, sowohl im allgemeinpädagogischen, als auch im besonderen religionspädagogischen Bereich, begleitet durch unsere Fachberatung, dem Verband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder im Diakonischen Werk der Landeskirche, erwarten wir, dass die Erzieherinnen, so unterstützt, ihre Kompetenzen ständig weiterentwickeln. Das ermöglicht eine dynamische Anpassung an die sich ständig wandelnden Anforderungen, die an die Arbeit in der Kindertagesstätte gestellt werden.

 

Erzieherinnen

Wir Erzieherinnen gehen in unserer pädagogischen Arbeit vom kindbezogenen Ansatz aus, der eine lebensnahe und umfassende Bildung und Erziehung ermöglicht. Kinder lernen am intensivsten und nachhaltigsten durch Erfahrungen, die auf selbständigem Handeln beruhen. Religionspädagogisch gilt das entsprechend.

 

Wir Erzieherinnen bieten den Kindern im Haus der Tagesstätte einen Lebensraum, in dem jedes Kind unabhängig von Herkunft und Fähigkeit seine Persönlichkeit in der Gemeinschaft entwickeln kann. Wir nehmen die unterschiedlichen Lebenswelten, aus denen die Kinder kommen, wahr, erkennen sie an und bieten Perspektiven zur Entwicklung eigener Lebens- und Kindheitsentwürfe. Wir stärken die Kinder in ihren Basiskompetenzen und in ihrer Entwicklung von Fähigkeiten und Strategien zur Bewältigung von Lebensanforderungen.

 

Wir Erziehrinnen stärken das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen der Kinder in einer geborgenen, freundlichen und herzlichen Atmosphäre. So lernen die Kinder, mit ihren eigenen und mit fremden Gefühlen umzugehen, das heißt, sie erleben sowohl Lust und Freude, als auch Ängste und Konflikte bei sich und anderen.

 

Wir Erzieherinnen unterstützen die Kinder durch Einfühlungsvermögen, individuelles Eingehen und verschaffen ihnen Erfolgserlebnisse. Wir bieten den Kindern Freiräume zur Entwicklung ihrer individuellen Fähigkeiten und ihrer Selbstachtung. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes, geprägt von Jesu Doppelgebot der Liebe (Mathäus 22, 37-40) fördern wir Ehrerbietung vor Gott, Achtung und unvoreinge-nommene Neugierde auf andere und anderes, genauso wie die Selbstachtung. Wir bieten Spielräume zur Entwicklung von Kooperationsfähigkeit, Kreativität und Fantasie.

 

 

Eltern

Die Evangelische Kindertagesstätte Felsberg sieht sich ganz bewusst als familienergänzende und familienunterstützende Einrichtung. Wir nehmen Eltern als kompetente Erziehungspartner ernst. Unterschiedliche Kompetenzen der Eltern sind willkommen. Daraus entwickeln sich vielfältige Formen der Zusammenarbeit. Unser Ziel ist es, dass Elternhaus und Kindertagesstätte sich wechselseitig in ihren Erziehungsaufgaben unterstützen und ergänzen. Eine vertrauensvolle und kontinuierliche Zusammenarbeit von Elternhaus und Kindertagesstätte ist eine wichtige Voraussetzung für die positive Entwicklung des Kindes.

 

Besonderes Engagement im Ehrenamt erwarten Träger, Erzieherinnen und Dritte, die die Einrichtung von außen begleiten und fördern von Eltern, die, von der Elternversammlung gewählt, im Elternbeirat Verantwortung übernommen haben. Der Elternbeirat ist ein eigens für die Elternmitverantwortung eingerichtetes Forum In ihm können Eltern die jeweils aktuelle Gesamtarbeit in der Kindertagesstätte mitbestimmen, selbst mitarbeiten, an der Wahrung und Erneuerung des Leitbilds mitgestalten und im Auftrag der Gesamtelternschaft deren Interessen zur Sprache bringen und an Entscheidungen heranführen.

 

 

Die „Kindergarten-Kinder“

Absichtlich soll im Leitbild trotz der berechtigten Namensaktualisierung in „Kindertagesstätte“ das gute alte Namensbild eines Gartens für Kinder erinnert bleiben. Namensänderungen haben wohl auch in Zukunft sich den jeweils ändernden gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen. Doch darunter leidet das schöne Bild „Kindergärten“, welches schon ein kleines Leitbild für sich darstellt.

 

Jedes Kind wird in seiner  Einzigartigkeit als in Gottes Garten wertvolles Geschöpf angenommen, ohne Ausgrenzung von Behinderung, Herkunft, Hautfarbe oder Glaubensrichtung.

 

Da sich – wie oben ausgedrückt – die Arbeit in unserer Kindertagesstätte am christlichen Menschenbild orientiert, sehen wir die Würde des Menschen und selbstverständlich auch die des Kindes, unabhängig von dem, wie er ist und was er besitzt. Wir tun dies in der Verantwortung vor Gott, der jedem Menschen seine Würde geschenkt hat.

 

Mittel- und Ausgangspunkt unserer pädagogischen Arbeit ist grundsätzlich das Kind mit seinen Bedürfnissen, Interessen und Erfahrungen. Es ist wichtig, die Kinder mit ihren Stärken und Schwächen zu akzeptieren und sie als Persönlichkeit ernst zu nehmen.

 

Jedes Kind ist einzigartig und kommt aus unterschiedlichen sozialen, kulturellen und religiösen Lebenswelten. Bei uns hat es die Chance, Unterschiedlichkeiten kennen zu lernen und ihnen mit Offenheit und Toleranz zu begegnen. In der Erfahrung des Unterschieds gewinnt die eigene christliche Tradition an Kontur. So bewahren und entwickeln wir unsere christliche Identität.

 

Die Kinder erhalten in unserer Tagesstätte die Möglichkeit, vielfältige soziale Kontakte zu knüpfen. Auch hierbei erleben sie unterschiedliche Meinungen, Verhaltensweisen und Situationen, die ihr eigenes soziales Verhalten, ihre Kooperations- und Konfliktfähigkeit trainieren. Die Kinder werden ermuntert, eigene Bedürfnisse und Ideen einzubringen.

 

Da wir ein lebendiger und aktiver Teilbereich der Evangelischen Kirchengemeinde Felsberg und Böddiger sind, gestalten wir meditativ regelmäßige Morgenkreise im Haus der Tagesstätte, in denen ausgesprochen wird, was gerade an der Reihe ist, was freut und was stört. Das ist praktische und kindgemäße Seelsorge. Wir feiern kindgerechte Gottesdienste, vorwiegend in der Felsberger Nikolaikirche, zum Teil mit den einzelnen Kindergruppen, Erzieherinnen, mit oder ohne Pfarrer und  Kirchenmusikerin, mit oder ohne Eltern- und anderen Erwachsenen, integrieren uns in Familiengottesdienste der Gemeinde und feiern dann bewusst einen Gottesdienst, der mehrere Generationen umfasst. Besonders gehören dazu die kirchlichen Feste und Zeiten mit ihrem unterschiedlichen Charakter, ihren Symbolen und Ritualen. So begleitet das Kindergartenjahr das Kirchenjahr. Wir geben die Bibel als Erbe der Menschheit und seiner Kultur mit ihren altüberlieferten Geschichten in kindgemäßer Weise durch Erzählen, Singen, Spielen und Gestalten an die nächste Generation weiter. Die Kinder lernen das Evangelium als frohe Botschaft kennen, die Mut macht, das Leben mit Freude und mit Ernst zu führen. Fragen der Kinder – und Eltern – nach religiösen Themen wie Leben und Tod, Staunen, Danken, Loben und Klagen, Trauer und Freude, Zeit und Ewigkeit und anderen werden aufgenommen und behandelt.

 

Die evangelische Kindertagesstätte Felsberg ist ein Ort der gemeinsamen Erziehung, Bildung und Förderung behinderter und nicht behinderter Kinder. Der Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder liegt der Gedanke zugrunde, dass alle Menschen mit allen ihren Unterschieden an der Gemeinschaft teilhaben sollen. Integration beinhaltet außerdem, Kinder aus unterschiedlichen Kulturen und Nationen zusammenzuführen, um in gegenseitiger Achtung voreinander, gemeinsam zu spielen und zu lernen. Die Kinder werden auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben vorbereitet.

 

Ein besonderes Anliegen sind uns die Förderung der Sprache und der Musik. Beide Bereiche sind zentrale Mittel, für Kinder (wie für Erwachsene) zu anderen Menschen Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, die anderen und sich selbst besser zu verstehen. Beide Bereiche ergänzen sich in je ihrer Art der Kommunikationspflege, in dem sie Intellekt und Gefühl berücksichtigen. In Sprache, Musik, bildender Kunst (kindgerecht Basteln und Werken) und gemeinsamem Essen (vgl. den tiefen Sinn des Abendmahls) drückt sich menschliche Religion und Kultur überhaupt aus.

 

Weiter fördert unsere Kindertagesstätte in besonderem Maße die körperliche Aktivität. Uns kommt es auf das Ausleben des natürlichen Bewegungsdranges an, was nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die Entwicklung der Persönlichkeit der Kinder positiv beeinflusst. Sinnvoller Freizeitsport ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Durch Bewegung erschließen die Kinder ihre Welt und gewinnen vielfältige Einsichten und Erfahrungen über sich und ihre Umgebung. Nur das, was das Kind fühlt, tastet, begreift und erlebt, wird zu bleibendem Wissen und zu tragender Weisheit.

 

Unsere Kindertagesstätte bietet großen Freiraum zum selbst gewählten Spiel und Tun, und durch vielfältige Angebote lernen die Kinder Natur und Technik, sowie das alltägliche Leben kennen. Die Neugierde und Freude am Entdecken und Experimentieren werden besonders unterstützt. Sie erfahren gefördert, dass verantwortliches Handeln in Natur und Umwelt als Bestandteil menschlicher Existenz notwendig ist.

 

 

Weitere Außenkontakte

Grundsätzlich bietet unsere Kindertagesstätte Projekte zu gezielten Themen mit Einrichtungen und Organisationen von außerhalb an, genau wie Projekte, die dem augenblicklichen Interesse der Kinder nach Wissen, Bewegung, Lernen oder Gemeinsamkeit entsprechen.

 

Zu den gepflegten Außenkontakten soll besonders die nahe Zukunft nach der Kindergartenzeit angesprochen werden. Das sind die Hinführung zur Heiligenbergschule Gensungen, die zum Kennen lernen einlädt, Vorschule anbietet und die Erstklässler aufnimmt. Nach Eingewöhnung dort und im Anschluss an die Kindergarten- und erste Schulzeit kann das Hineinwachsen in den Kindergottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Felsberg und Böddiger übergehen. Nach der Kindergottesdienstzeit wird der Konfirmanden- oder „Taufunterricht“ beginnen und mit dem Fest der Tauferinnerung und Einsegnung in die Glaubensgemeinschaft der Erwachsenen münden, womit unser Leitbild und sein Ausgangspunkt, die Kindertaufe, mit demselben Gedanken, nämlich dem zum Sakrament der Taufe, endet.

 

 

Biblischer Schluss

Jesus heilt ein krankes Kind und sagt: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“

(Markus 9, 23b)

 

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